Der deutsche Elektronikeinzelhändler Media Markt ist ein Musterbeispiel für erstklassigen Service am Kunden. Media Markt wurde zu einem der besten deutschen Onlineshops gewählt und erzielte nicht zuletzt aufgrund einer gut funktionierenden E-Commerce-Logistik 2019 einen Umsatz von über 10,5 Milliarden Euro.

Und dennoch ist die Zukunft von erfolgreichen Onlinehändlern wie Media Markt alles andere als sicher, denn die Kosten für die Logistik sind sehr hoch. Wenn man heutzutage als Onlinehändler nicht schnell eine passende, lukrative Lösung dafür findet, stehen die Chancen nicht allzu gut.

In diesem Artikel erfährst Du daher alles über die E-Commerce-Logistik und ihren großen Nutzen für deinen Onlineshop.

E-Commerce-Logistik: wie Du als Onlineshop die vielseitigen Möglichkeiten optimal nutzt

Eine gute E-Commerce-Logistik entscheidet in vielen Fällen zwischen Gewinn und Verlust aus. Oder anders ausgedrückt: Eine gute E-Commerce-Logistik ist für den Erfolg deines Onlineshops unerlässlich.

Wenn die Logistik nicht optimal läuft, erzielst Du meist auch keine zufriedenstellende Conversion Rate. Vergütungen, Kompromisse und sehr hohe Logistikkosten sind die Folge.

Untersuchungen zeigen, dass die Logistikkosten eines Onlineshops 20 bis 40 % des Umsatzes betragen. Zur E-Commerce-Logistik gehören auch Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie die Kosten für Retouren.

Diese Kosten können nicht an den Verbraucher weitergereicht werden. Der anspruchsvolle (und verwöhnte) Kunde von heute ist nicht bereit, Kosten für Versand oder Retouren zu übernehmen.

Unser E-Commerce Lieferkompass zeigte, dass für über 62% der Verbraucher zu hohe Versandkosten der Grund für einen Kaufabbruch sind. Über 35% möchten zudem unter keinen Umständen Versandkosten bezahlen.

Sobald die Versandkosten beim Checkout in Rechnung gestellt werden, bricht der Verbraucher die Bestellung häufig ab und sucht nach einem Onlineshop, der das gleiche Produkt versandkostenfrei anbietet.

Und die Konkurrenz ist mit einem E-Commerce-Umsatz von 59,2 Milliarden Euro (2019) sehr groß!

Wenn Du von zu Hause aus beispielsweise einen Onlineshop für Schmuck betreibst, kannst Du die E-Commerce-Logistik selbst übernehmen und auf diese Weise die Kosten senken. Aber für Anbieter, die viele Bestellungen pro Woche bearbeiten müssen, ist dies keine Option.

Zudem kannst Du dann weniger Zeit auf dein eigentliches Ziel verwenden, nämlich die Steigerung deiner Conversion Rate.

Aber wie können große Onlineshops ihre Logistikkosten so kontrollieren, dass das Geschäft rentabel bleibt? Und wie kannst Du als kleiner oder mittelgroßer Onlineshop die Logistik am besten organisieren? Ist Outsourcing das Schlüsselwort oder ist es cleverer, sich selbst um die E-Commerce-Logistik zu kümmern?

Welche Möglichkeiten hast Du als Onlinehändler?

Welche logistischen Möglichkeiten haben Onlineshops bei der E-Commerce-Logistik?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Abwicklung der E-Commerce-Logistik deines Onlineshops:

  • Dropshipping
  • Fulfillment (E-Fulfillment)
  • Nutzung Ihres eigenen Logistiksystems
  • Vertragsabschluss mit einem Vertriebspartner
  • Verwendung einer automatisierten Logistikplattform

In diesem Artikel erfährst Du mehr über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten der E-Commerce-Logistik für deinen Onlineshop!

Transport einer Palette in der E-Commerce-Logistik

Was bedeutet Dropshipping?

Dropshipping steht für „Direct Shipping“, was so viel wie „Direktversand“ bedeutet. Wenn Du deinen Onlineshop über Dropshipping betreibst, bietest Du Produkte an, die Du selbst nicht auf Lager hast.

Sobald die Bestellung in deinem Onlineshop eingeht, bestellst Du die entsprechenden Artikel beim Hersteller oder Lieferanten, der diese dann direkt an den Endverbraucher sendet.

Vorteile beim Dropshipping

Dropshipping bietet eine Reihe von Vorteilen: Du selbst hältst keine Lagerbestände vor, musst keine Produkte ankaufen und daher auch keine Lagergebühren zahlen.

Der Lieferant ist für alle Abläufe und Kosten hinsichtlich Lagerverwaltung, Produktverarbeitung und Versand verantwortlich.

Und das sind genau diejenigen Aspekte, die für dich normalerweise sehr kostenintensiv sind. Als Dropshipper reduzierst Du dein eigenes unternehmerisches Risiko und kannst dein Produktangebot schnell und ohne größeren Aufwand ändern oder erweitern.

Ist Dropshipping also die ideale Lösung für jeden Onlinehändler?

Nachteile beim Dropshipping

Aber warum ist dann nicht jeder Onlineshop automatisch ein Dropshipper?

Ganz einfach: weil Dropshipping in der E-Commerce-Logistik auch einige Nachteile mit sich bringt:

  • Starke Konkurrenz
  • Kleine Gewinnmargen
  • Keinen Einfluss auf die Lieferung und das Kauferlebnis des Kunden

Um den Verbraucher zu überzeugen, müssen Onlineshops Produkte zu niedrigen Preisen anbieten. Damit verringert sich die ohnehin schon bescheidene Gewinnspanne noch weiter, denn ein erheblicher Teil geht an den Lieferanten.

Die Gewinnspanne variiert, abhängig vom Produkt, gewöhnlich zwischen 15 bis 40%.

Zudem hast Du keinen direkten Kontakt zum Kunden und kannst das Kundenerlebnis folglich nicht beeinflussen. Auch auf die Lieferung und deren Geschwindigkeit hast Du keinerlei Einfluss.

Was genau ist E-Fulfillment?

E-Fulfillment beinhaltet den gesamten Prozess der Auftragsabwicklung in deinem Onlineshop. Von der Lagerung und Verwaltung der Lagerbestände, über die Bearbeitung der Bestellungen und die Kommissionierung bis zur Abwicklung des Versands der Waren an deine Kunden, einschließlich der Retouren.

Beim E-Fulfillment werden Logistikdienstleister für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Logistikprozesses eines Onlineshops beauftragt. Die Logistikdienstleister verfügen über die erforderliche Technologie und das fachliche Know-how bis hin zu den erforderlichen Mitteln für die Qualitätskontrolle.

Daher lagern viele (große) Onlineshops den Logistikprozess an E-Fulfillment-Dienstleister aus. Auch wenn dies keine kostengünstige Lösung ist: Für viele Onlinehändler ist es wichtig, dass Sie keine zusätzliche Zeit für Prozesse in der E-Commerce-Logistik investieren müssen.

Sie konzentrieren sich lieber auf Ihr Kerngeschäft und das Wachstum ihres Unternehmens.

Vorteile beim E-Fulfillment

Anders als beim Dropshipping, wo sich die Produkte im Besitz des Lieferanten befinden, ist die Ware beim E-Fulfillment Eigentum des Onlinehändlers.

Daher musst Du beim E-Fulfillment in finanzieller Hinsicht mehr investieren als beim Dropshippping.

Du hast jedoch einen guten Überblick über deine Warenbestände und behältst die Kontrolle über den Verkaufsprozess.

Und der vermutlich entscheidendste Vorteil: Da Du die Waren besitzt, kannst Du auch höhere Gewinnspannen erzielen. E-Fulfillment ist also ein lukrativeres Modell!

Nachteile beim E-Fulfillment

E-Fulfillment ist nicht kostengünstig. Daher wird E-Fulfillment auch fast ausschließlich von großen Onlineshops mit großen Warenbeständen und entsprechenden finanziellen Mitteln genutzt.

Darüber hinaus bist Du beim E-Fulfillment als Onlinehändler selbst für den Kauf deiner Waren und Produkte verantwortlich und trägst somit auch die damit verbundenen finanziellen Risiken.

Und zu guter Letzt hast Du als Onlinehändler beim E-Fulfillment genauso wie beim Dropshipping keine Kontrolle über den Ablauf der Logistikprozesse. Solange die Kunden zufrieden sind und alles rund läuft, ist dies kein Problem.

Ärgerlich wird es jedoch, wenn dein Fulfillment-Partner Fehler macht, sich anschließend bei dir die Beschwerden häufen und Du dadurch Kunden verärgerst oder sogar verlierst. Unzufriedene Kunden kehren nicht so schnell, meist sogar gar nicht mehr zu deinem Onlineshop zurück.

Überblick über eine Lagerhalle in der E-Commerce-Logistik

Verwendung deiner eigenen E-Commerce-Logistik

Eine fehlende Kontrolle über die genauen Abläufe und der mangelnde Kundenkontakt können Gründe dafür sein, die Logistik selbst in die Hand zu nehmen. Zudem hast Du auf diese Weise eine deutlich bessere Gewinnspanne.

Ein echter Nachteil ist jedoch der hohe Zeitaufwand.

Von der Auftragsbearbeitung über den Druck von Versandetiketten bis zur Lieferung der Pakete an den Kunden und natürlich die Retouren ‒ um das alles musst Du dich selbst kümmern.

Du kannst dazu Software zur Unterstützung deiner E-Commerce-Logistik anschaffen, damit sind jedoch auch wieder Kosten verbunden.

E-Commerce-Logistik über Versandpartner

Deutsche Post, DHL, UPS, GLS, DPD: Versanddienstleister gibt es so viele, dass die Entscheidung für einen geeigneten Versandpartner nicht ganz einfach ist. Die Anbieter überbieten sich gegenseitig mit immer noch besseren, schnelleren oder persönlicheren Versandstrategien.

Dank des starken Wettbewerbs zwischen den Versanddienstleistern können Onlineshops, die sehr viele Pakete versenden, jedoch durchaus wettbewerbsfähige Preise aushandeln.

Versandpartner bieten Onlineshops ab einem bestimmten Versandvolumen oft sehr interessante Preise.

Aber wie man es auch betrachtet: Versandpartner sind ein Faktor, der sich auf deine Gewinnspanne auswirkt.

Versand über mehrere Versandpartner?

Man sollte bekanntermaßen nie alles auf ein einziges Pferd setzen. Was geschieht, wenn es etwa bei einem Versandpartner zu Streiks kommt? Wir empfehlen daher, Verträge mit mehreren Versandpartnern abzuschließen.

Die Wahl der jeweiligen Versandpartner für deine E-Commerce-Logistik hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend sind folgende Merkmale:

  • Lieferzeiten
  • Kommunikation zur Sendungsverfolgung
  • Zustellung auch abends oder am Wochenende
  • Angebot bezüglich Abholstationen
  • Vertriebsnetzwerk im In- und Ausland vorhanden
  • …. und natürlich die Preise des Versandanbieters
Transporter mit Paketen in der E-Commerce-Logistik

Verwendung einer automatisierten Versandplattform

Mit einer automatisierten Versandplattform wie Sendcloud kannst Du unkompliziert mit mehreren Versandpartnern zusammenarbeiten. Das garantiert dir einen optimalen Versandprozess.

Zur Optimierung des Versands in Ihrer E-Commerce-Logistik, bieten wir zwei Optionen an:

Wenn Du mit unseren angeschlossenen Vertriebspartnern zusammenarbeitest, profitierst Du von den attraktiven Preisen, die wir für dich bereits ausgehandelt haben, und musst nicht selbst Vertragsbedingungen mit einem oder mehreren Vertriebspartnern aushandeln. Selbstverständlich kannst Du auch deinen eigenen Vertriebspartner in unser System integrieren.

Die Vor- und Nachteile einer automatisierten Plattform

Jeder Kunde hat andere Bedürfnisse. Die einen holen ihre Bestellung gerne bei einer Abholstation ab, andere bevorzugen eine Lieferung nach Hause oder Lieferungen am Abend oder Samstag.

Der große Vorteil einer automatisierten Plattform besteht darin, dass Du selbst entscheidest, welche Versandpartner und Versandmethoden am besten zu deinem Onlineshop passen.

E-Commerce-Logistik bleibt der wichtigste Wachstumsmotor

Viele große Marktteilnehmer wie Supermarktketten oder Einzelhändler gestalten ihre Logistikprozesse derzeit neu. Der anspruchsvolle Kunde von heute bestimmt dabei die Spielregeln.

Kunden wollen nicht für den Versand oder für Retouren bezahlen und alles schnellstmöglich geliefert bekommen, auch ein guter Kundenservice ist dem Kunden von heute enorm wichtig.

Allerdings scheint es so, dass Kunden nun immer öfter bereit sind, Versandkosten zu bezahlen.

Im Rahmen unserer Verbraucherstudie ermittelten wir drei Szenarien, in denen Kunden bereit sind, die in der E-Commerce-Logistik anfallenden Versandkosten zu übernehmen:

  • Bei Zustellung am selben Tag
  • Bei Zustellung am nächsten Tag
  • Bei freier Wahl des Liefertermins

Zalando erhebt nun in einigen Ländern Versandkosten, und H&M stellt Kunden, die weniger als 20 Euro im Onlineshop ausgeben, Versandkosten in Rechnung.

Damit scheint der Weg für Onlineshops langsam frei für die Erhebung von Versandkosten. Denn der moderne Kunde ist nicht nur einfach verwöhnt, sondern auch verständnisvoll. Es scheint durchaus ein Bewusstsein zu entstehen für den großen Aufwand, den Onlineshops betreiben müssen, um sich über Wasser zu halten. Endlich!

Der Verbraucher von heute möchte vor allem Transparenz. Am liebsten bereits vor dem Checkout im Onlineshop. Stellst Du Versandkosten oder Kosten für Retouren in Rechnung? Dann informiere deine Kunden beim Bestellprozess unbedingt rechtzeitig darüber.

Ein guter und rechtzeitig informierter Kunde ist ein zufriedener Kunde, und auf diese sind Onlineshops bekanntlich angewiesen.

Datenanalyse am PC für die E-Commerce-Logistik

Zum Schluss

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel Klarheit über die vielseitigen Möglichkeiten im Bereich der E-Commerce-Logistik verschafft hat. Bei Fragen zu diesem Artikel kannst Du gerne einen Kommentar hinterlassen oder Kontakt mit uns aufnehmen. Wir helfen dir gerne weiter!

Möchtest Du wissen, wie Sendcloud genau funktioniert? Wenden dich an uns und fordere eine unverbindliche Produktdemo an.

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